Manuelle Lymphdrainage

Die Manuelle Lymphdrainage (MLD) ist eine spezielle Form der Physiotherapie und ein zentraler Bestandteil der sogenannten Komplexen Physikalischen Entstauungstherapie (KPE)

 

Sie wird häufig bei Lymphödemen, Lipödemen, Schwellungen nach Operationen oder Verletzungen, Traumafolgen sowie bei bestimmten 

chronischen venösen und lymphatischen Erkrankungen eingesetzt. 

Auch nach onkologischen Behandlungen kann sie Bestandteil der Therapie sein. 

Durch sanfte, rhythmische Grifftechniken kann der Abtransport der Gewebsflüssigkeit unterstützt 

und das betroffene Gewebe entlastet werden.

 

Die KPE kombiniert mehrere aufeinander abgestimmte Maßnahmen: 

Neben der Manuellen Lymphdrainage gehören dazu die Kompressionstherapie

eine angepasste Hautpflege sowie eine gezielte Übungsbehandlung

 

Die Kompression, zum Beispiel durch Bandagen oder medizinische Kompressionsstrümpfe

kann dazu beitragen, das Behandlungsergebnis zu stabilisieren. 

Ergänzende Bewegungsübungen unterstützen den Lymphfluss zusätzlich.

 

In der Regel wird die Behandlung in zwei Phasen unterteilt:
In der ersten Phase (Entstauungsphase) 

stehen häufigere Anwendungen der Manuellen Lymphdrainage 

in Kombination mit Kompressionsbandagierung, Hautpflege und Bewegung im Vordergrund. 

Ziel ist es, die Schwellung möglichst zu reduzieren.


In der zweiten Phase (Erhaltungsphase) wird die Therapie individuell angepasst. 

Dazu können weiterhin Manuelle Lymphdrainage nach Bedarf, 

das Tragen von maßgefertigten Kompressionsstrümpfen 

sowie regelmäßige Übungen gehören, um das erreichte Ergebnis zu unterstützen.

 

Die konkrete Ausgestaltung der Therapie richtet sich stets nach Deiner persönlichen Situation 

und erfolgt auf Grundlage einer ärztlichen Verordnung.

Was ist Kompressionsbandagierung im Rahmen der KPE?

Die Kompressionsbandagierung ist ein wichtiger Bestandteil der 

Komplexen Physikalischen Entstauungstherapie (KPE) und wird in der Regel von Physiotherapeut*innen im Anschluss an die Manuelle Lymphdrainage angewendet. 

Sie kommt vor allem in der Entstauungsphase bei Lymphödemen, Lipödemen 

sowie nach Operationen oder Verletzungen zum Einsatz.

 

Durch das mehrlagige Anlegen spezieller Bandagen 

wird ein gleichmäßiger Druck auf das Gewebe ausgeübt. 

Dies kann den Abtransport der Lymphflüssigkeit unterstützen, 

eine erneute Einlagerung von Flüssigkeit reduzieren 

und das Behandlungsergebnis der Manuellen Lymphdrainage stabilisieren.

 

Die Bandagierung wird individuell an Deine Situation angepasst und erfolgt in Kombination mit weiteren Maßnahmen der KPE wie Hautpflege, Bewegungstherapie und Manuelle Lymphdrainage.

 

Ziel der Kompressionsbandagierung ist es, die Entstauung zu fördern 

und den Therapieerfolg langfristig zu sichern

Die Anwendung erfolgt stets auf Grundlage einer ärztlichen Verordnung 

und wird durch qualifizierte Physiotherapeut*innen durchgeführt.

 

Das benötigte Kompressionsmaterial (z. B. Bandagen und Polstermaterial) 

ist in der Regel verordnungsfähig und kann bei entsprechender ärztlicher Verordnung 

von der Krankenkasse übernommen werden. 

Je nach Kostenträger und Verordnung wird das Material über ein Rezept 

oder ein Sanitätshaus bezogen. 

 

Patient*innen bringen das benötigte Material zur Behandlung selbst mit.

Lymphödem: Hautpflege, Schutz und Alltagstipps

Wenn Du mit einem Lymphödem lebst, spielt der richtige Umgang mit Deiner Haut eine zentrale Rolle. 

Mit ein paar gezielten Maßnahmen kannst Du sie jedoch effektiv schützen 

und Beschwerden reduzieren.

 

 

Haut schützen und Verletzungen vermeiden

 

Bei einem Lymphödem ist Deine Haut besonders empfindlich und anfällig für Verletzungen

Zusätzlich wird sie durch die Kompressionstherapie beansprucht

 

Deshalb solltest Du besonders achtsam sein:

  • Vermeide Schnitte, Kratzer und Druckstellen so gut wie möglich
  • Desinfiziere selbst kleinste Verletzungen sofort
  • Trage bei Bedarf ein Desinfektionsmittel bei Dir
  • Sei vorsichtig bei Tätigkeiten wie Gartenarbeit oder Nagelpflege

 

Eine regelmäßige Hautpflege ist ebenso wichtig: 

 

Gut gepflegte Haut bleibt elastisch und schützt besser vor Keimen.

 Achte dabei auf sanfte, hautfreundliche Produkte mit feuchtigkeitsspendenden 

und rückfettenden Inhaltsstoffen wie Urea (Harnstoff), Glycerin oder Ceramiden

Diese unterstützen die Hautbarriere und helfen, Trockenheit sowie feine Risse zu vermeiden.

 

Verzichte möglichst auf Produkte mit Duftstoffen, Alkohol oder unnötigen Zusatzstoffen

da sie die empfindliche Haut zusätzlich reizen können.

 

Wenn spezielle Wirkstoffe nötig sind – 

zum Beispiel zur Behandlung der Haut oder zur Vorbeugung von Infektionen und Pilzerkrankungen – 

solltest Du Dich ärztlich beraten lassen.

 

 

Infektionen vorbeugen und erkennen

 

Durch die geschwächte Hautbarriere können Bakterien leichter eindringen. 

Eine mögliche Folge ist die sogenannte Wundrose (Erysipel).

 

Achte auf folgende Warnzeichen:

  • Rötung und Überwärmung der Haut
  • Schwellung oder Schmerzen
  • Fieber oder allgemeines Krankheitsgefühl

Wenn Du solche Symptome bemerkst, solltest Du zeitnah ärztlichen Rat einholen.

 

 

Je nach Körperregion gibt es zusätzliche Dinge zu beachten:

  • Arm oder Oberkörper: Keine Blutabnahmen oder Injektionen auf der betroffenen Seite
  • Bein: Möglichst nicht barfuß laufen, um Verletzungen zu vermeiden
  • Kopf/Gesicht: Gute Mundhygiene ist wichtig, um Infektionen vorzubeugen
  • Genitalbereich: Achte auf sorgfältige Pflege und frühzeitige Behandlung von Hautveränderungen

 

Die richtige Kleidung bei Lymphödem

 

Enge Kleidung kann den Lymphfluss behindern. Deshalb gilt:

  • Trage lockere, bequeme Kleidung ohne Einschnürungen
  • Achte auf gut sitzende Socken und Schuhe ohne Druckstellen
  • Bevorzuge flache Schuhe – sie unterstützen die natürliche Bewegung

 

Ernährung, Bewegung und Lebensstil

 

Ein gesunder Lebensstil unterstützt Dein Lymphsystem:

  • Achte auf ein ausgewogenes Gewicht
  • Ernähre Dich abwechslungsreich mit viel Obst und Gemüse
  • Trinke ausreichend (ideal: Wasser oder ungesüßter Tee)
  • Vermeide langes Sitzen oder Stehen – baue Bewegungspausen ein

Schon kleine Veränderungen können Deine Beschwerden positiv beeinflussen.

 

 

Weitere Tipps für Deinen Alltag

  • Vermeide starke Hitze (z. B. intensive Sonne oder sehr heiße Bäder)
  • Teste Sauna nur vorsichtig und nach Rücksprache
  • Setze auf manuelle Lymphdrainage statt klassische Massagen
  • Informiere Ärzt*innen und Therapeut*innen immer über Dein Lymphödem

 

Deine Unterstützung vor Ort

 

Gerne unterstützen wir Dich individuell rund um das Thema 

Lymphödem, Kompressionstherapie und ganzheitliche Gesundheitsförderung. 

Gemeinsam entwickeln wir Lösungen, die zu Deinem Alltag passen.

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